ROI einer Mitarbeiter-App berechnen: Formel, KPIs und Beispiel

Wie wirtschaftlich ist eine Mitarbeiter-App? Berechnen Sie ROI, TCO und Amortisation mit Formel, KPIs und transparenter Beispielrechnung.

Eine Mitarbeiter-App kann Informationen schneller verteilen, Rückfragen reduzieren und Beschäftigten einen mobilen Zugang zu Wissen oder internen Services bieten. Ob daraus ein wirtschaftlicher Nutzen entsteht, lässt sich jedoch nicht allein an Downloads, Logins oder Likes ablesen. Für einen belastbaren Business Case müssen Unternehmen die Gesamtkosten, messbare Veränderungen und den tatsächlich zurechenbaren Nutzen gemeinsam betrachten.

Kurz beantwortet: Der ROI einer Mitarbeiter-App wird mit der Formel (monetarisierter Nutzen – Gesamtkosten) ÷ Gesamtkosten × 100 berechnet. Zu den Kosten gehören Lizenz, Einführung, Integrationen und interner Betrieb. Der Nutzen kann aus eingesparter Arbeitszeit, weniger manuellen Prozessen oder vermiedenen Fehlern entstehen. Reichweite und Aktivität sind wichtige Frühindikatoren, aber noch kein finanzieller Ertrag. 

Was bedeutet ROI bei einer Mitarbeiter-App?

ROI steht für Return on Investment. Die Kennzahl setzt den finanziell bewerteten Nettoertrag einer Investition ins Verhältnis zu ihren Kosten. Ein ROI von 25 Prozent bedeutet: Nach Abzug aller berücksichtigten Kosten verbleibt ein Nettoertrag in Höhe von 25 Prozent der Investition.

Wichtig ist die Abgrenzung zum gesamten Rückfluss. Liegt der ROI bei 25 Prozent, entspricht der gesamte monetarisierte Nutzen dem 1,25-Fachen der Kosten. Ein ROI von 100 Prozent bedeutet entsprechend nicht, dass lediglich die Investition zurückgeflossen ist, sondern dass zusätzlich zu den gedeckten Kosten ein Nettoertrag in gleicher Höhe entstanden ist.

Bei einer Mitarbeiter-App ist die Formel einfach. Die Datengrundlage ist es nicht. Kommunikation, Wissen, Prozesse und Mitarbeitererlebnis wirken häufig gemeinsam. Deshalb muss dokumentiert werden, welche Veränderung beobachtet wurde, wie sie finanziell bewertet wird und welcher Anteil plausibel auf die App zurückzuführen ist.

Die Formel für den ROI einer Mitarbeiter-App

ROI in Prozent = (monetarisierter Gesamtnutzen – Gesamtkosten) ÷ Gesamtkosten × 100

Daneben helfen drei weitere Kennzahlen:

  • TCO beziehungsweise Total Cost of Ownership: alle einmaligen, laufenden und internen Kosten über einen einheitlichen Zeitraum.
  • Nutzen-Kosten-Verhältnis: monetarisierter Gesamtnutzen ÷ Gesamtkosten. Ein Wert über 1 bedeutet, dass der bewertete Nutzen die Kosten übersteigt.
  • Amortisationszeit: der Zeitpunkt, an dem der kumulierte Nutzen die kumulierten Kosten erstmals erreicht.

ROI, TCO und Amortisationszeit beantworten unterschiedliche Fragen. Der ROI beschreibt die relative Rendite. Die TCO zeigt die vollständige Kostenbasis. Die Amortisationszeit zeigt, wie lange Kapital gebunden bleibt. Für eine Investitionsentscheidung sollten deshalb alle drei betrachtet werden.

Formel zur Berechnung des ROI einer Mitarbeiter-App mit Nutzen und Gesamtkosten
Erst die gemeinsame Betrachtung von Nutzen, TCO und Amortisationszeit ergibt einen belastbaren Business Case.

Welche Kosten gehören in die Berechnung?

Eine reine Lizenzbetrachtung verzerrt den ROI. Die Kostenseite sollte denselben Zeitraum und dieselben Annahmen verwenden wie die Nutzenseite. Für einen fairen Vergleich empfiehlt sich häufig eine Betrachtung über drei Jahre.

Einmalige externe Kosten

Dazu können Setup, Konfiguration, Branding, Migration, Schnittstellen, Sicherheitsprüfungen, Schulungen und die Veröffentlichung einer individuellen App gehören. Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt vom Bereitstellungsmodell und vom Projektumfang ab.

Wiederkehrende externe Kosten

Hierzu zählen Lizenz oder Nutzungsgebühr, Hosting, Support, gebuchte Zusatzmodule, Integrationsbetrieb und gegebenenfalls Service-Level. Die Konditionen müssen aus dem konkreten Angebot hervorgehen.

Interne Projektkosten

Auch Projektleitung, technische Abstimmung, Datenschutzprüfung, Betriebsratseinbindung, Content-Vorbereitung, Tests und interne Kommunikation beanspruchen Arbeitszeit. Diese Aufwände sollten mit nachvollziehbaren internen Verrechnungssätzen bewertet werden.

Laufende interne Betriebskosten

Nach dem Launch entstehen Aufwände für Redaktion, Freigaben, Nutzerverwaltung, Moderation, Analyse und Weiterentwicklung. Automatisierte Identitäts- oder HR-Integrationen können manuelle Arbeit reduzieren, verursachen aber möglicherweise eigene Implementierungs- und Betriebskosten.

Eine ausführliche Aufstellung nach Preis- und Kostenblöcken bietet der Beitrag Was kostet eine Mitarbeiter-App?. Dort findet sich außerdem eine Drei-Jahres-Struktur für die Total Cost of Ownership.

Welcher Nutzen lässt sich seriös monetarisieren?

Nicht jeder Vorteil einer Mitarbeiter-App darf unmittelbar in Euro umgerechnet werden. Ein belastbarer Business Case beginnt mit konkreten Nutzungsszenarien und einer dokumentierten Ausgangslage. Besonders geeignet sind Veränderungen, für die bereits Prozesszeiten, Mengen oder Kosten vorliegen.

Zeitersparnis beim Suchen und Verteilen von Informationen

Wenn Beschäftigte Richtlinien, Kontakte oder aktuelle Dokumente schneller finden, kann Arbeitszeit frei werden. Für die Monetarisierung werden die betroffenen Personen, die durchschnittliche Zeitersparnis, die Nutzungshäufigkeit und ein realistischer produktiver Anteil benötigt.

Jährlicher Nutzen = betroffene Personen × eingesparte Stunden × Vollkostensatz × produktiv nutzbarer Anteil

Der produktiv nutzbare Anteil verhindert die Annahme, dass jede eingesparte Minute vollständig als finanzieller Ertrag realisiert wird.

Weniger manuelle Informationsverteilung

Gedruckte Aushänge, Rundmails, Telefonketten oder parallele Verteiler verursachen Erstellungs-, Abstimmungs- und Pflegeaufwand. Messbar sind beispielsweise eingesparte Druck- und Versandkosten sowie reduzierte Redaktions- oder Koordinationszeit.

Weniger Rückfragen und Korrekturen

Zielgruppengenaue, aktuelle Informationen können wiederkehrende Rückfragen oder Fehler reduzieren. Als Datengrundlage eignen sich Helpdesk-Tickets, Anrufvolumen, Korrekturvorgänge oder dokumentierte Prozessabweichungen vor und nach der Einführung.

Digitalisierte Formulare und Workflows

Werden papierbasierte oder manuelle Vorgänge über die App zugänglich, lassen sich Durchlaufzeit, Bearbeitungszeit, Medienbrüche und Fehlerquote messen. Der Nutzen entsteht nicht durch das Formular allein, sondern durch die tatsächlich veränderte Prozessleistung.

Vermiedene Kosten durch schnellere Krisen- oder Pflichtkommunikation

Bei sicherheitsrelevanten Hinweisen, Standortmeldungen oder verpflichtenden Informationen kann bessere Erreichbarkeit organisatorische Risiken reduzieren. Solche Effekte sollten jedoch nur monetarisiert werden, wenn belastbare Schadens-, Fehler- oder Prozessdaten vorliegen. Andernfalls bleiben sie als strategischer beziehungsweise qualitativer Nutzen sichtbar.

Mitarbeiterbindung und Fluktuation

Eine bessere Kommunikation kann zur Mitarbeitererfahrung beitragen. Fluktuation wird jedoch gleichzeitig von Führung, Vergütung, Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und weiteren Faktoren beeinflusst. Deshalb ist es methodisch nicht belastbar, eine Veränderung der Fluktuation vollständig der Mitarbeiter-App zuzuschreiben. Möglich ist eine vorsichtige Szenariorechnung mit einem begründeten Zuordnungsfaktor.

Reichweite ist noch kein ROI: die richtige KPI-Kette

Eine App kann nur wirtschaftlich wirken, wenn sie relevante Zielgruppen erreicht und tatsächlich genutzt wird. Nutzungsdaten sind daher notwendig, aber nicht mit Geschäftsnutzen gleichzusetzen.

Die Association for Measurement and Evaluation of Communication (AMEC) unterscheidet in ihrem Integrated Evaluation Framework zwischen Outputs, Reaktionen beziehungsweise Out-takes, Outcomes und organisatorischem Impact. Diese Logik lässt sich auf eine Mitarbeiter-App übertragen:

Ebene Leitfrage Beispiele für eine Mitarbeiter-App
Output
Was wurde bereitgestellt?
veröffentlichte News, Dokumente, Push-Nachrichten, Formulare
Nutzung und Reaktion
Wird das Angebot erreicht und verwendet?
Aktivierungsquote, aktive Nutzer, Öffnungen, Suche, Teilnahme
Outcome
Was verändert sich bei Zielgruppen?
Verständnis, Auffindbarkeit, Zufriedenheit, weniger Rückfragen
Business Impact
Welcher Organisationsnutzen entsteht?
Zeitgewinn, geringere Prozesskosten, vermiedene Fehler

Ein Anstieg der aktiven Nutzer ist ein positives Nutzungssignal. Zum ROI wird er erst dann, wenn eine nachvollziehbare Wirkungskette bis zu einem finanziell bewertbaren Ergebnis nachgewiesen wird. Die AMEC-Systematik empfiehlt, Ziele und Ausgangswerte vor der Messung festzulegen und nicht bei reinen Aktivitätskennzahlen stehenzubleiben.

Wirkungskette von App-Inhalten über Nutzung und Outcomes bis zum wirtschaftlichen Nutzen
Reichweite und Aktivität sind notwendige Frühindikatoren; der ROI entsteht erst durch nachweisbare Geschäftswirkung.

So schaffen Sie eine belastbare Datengrundlage

1. Geschäftsziel und Nutzungsszenario definieren

Beginnen Sie nicht mit einer allgemeinen Frage wie „Lohnt sich die App?“. Formulieren Sie stattdessen ein konkretes Ziel: etwa die wöchentliche Verteilzeit für Standortinformationen zu senken, Pflichtinformationen schneller auszuliefern oder die Bearbeitungszeit eines häufigen Formularprozesses zu verkürzen.

2. Baseline vor dem Launch erfassen

Dokumentieren Sie den Ausgangszustand, bevor die App eingeführt wird. Dazu gehören Prozessdauer, Mengen, Kanalaufwand, Rückfragen, Fehler, Druckkosten und die bisherige Reichweite. Fehlt die Baseline, kann eine spätere Veränderung kaum belastbar bewertet werden.

3. Messzeitraum und Zielgruppe festlegen

Vergleichen Sie identische Zeiträume und vergleichbare Zielgruppen. Berücksichtigen Sie Saison, Personalveränderungen, Produktionsspitzen oder parallele Veränderungsprojekte.

4. Wirkung möglichst isolieren

Ein Pilotstandort, eine gestaffelte Einführung oder der Vergleich ähnlicher Gruppen kann helfen, App-Effekte von anderen Veränderungen zu trennen. Ist eine Isolation nicht möglich, sollte ein konservativer Zuordnungsfaktor verwendet und als Annahme ausgewiesen werden.

5. Sensitivität berechnen

Erstellen Sie mindestens drei Szenarien: konservativ, realistisch und ambitioniert. Variieren Sie nicht beliebig den Endwert, sondern die unsicheren Eingangsgrößen, beispielsweise Nutzung, Zeitersparnis, Stundensatz oder Zuordnungsfaktor.

6. Annahmen und Quellen dokumentieren

Jede Zahl sollte eine Herkunft haben: Systemmessung, Zeiterhebung, Helpdesk, Buchhaltung, Befragung oder freigegebene Planannahme. So bleibt die Berechnung prüfbar und kann später mit Ist-Daten aktualisiert werden.

Die dafür erforderlichen Analyse-, Rollen- und Integrationsanforderungen sollten bereits bei der Auswahl einer Mitarbeiter-App berücksichtigt werden. Technische Datenflüsse lassen sich über passende APIs und Integrationen mit bestehenden Systemen verbinden.

Beispielrechnung: ROI einer Mitarbeiter-App über zwei Jahre

Die folgende Modellrechnung ist kein realer Polario-Kundenfall. Sie zeigt ausschließlich, wie Kosten, Nutzen und Annahmen transparent zusammengeführt werden können.

Ein Unternehmen möchte 500 Beschäftigten einen mobilen Zugang zu aktuellen Informationen, Dokumenten und zwei häufig genutzten Formularprozessen bereitstellen. Für die Nutzenrechnung werden nur Effekte berücksichtigt, die durch Baseline-Messungen oder Prozessdaten plausibel gestützt werden können.

Annahmen für Jahr 1

Nutzenblock Annahme Berechneter Nutzen
Schnellere Informationssuche
300 regelmäßige Nutzer × 6 Minuten pro Woche × 46 Wochen × 35 Euro/Stunde × 50 % produktiv nutzbarer Anteil
24.150 Euro
Weniger Verteil- und Pflegeaufwand
8 Stunden pro Monat × 12 Monate × 35 Euro/Stunde
3.360 Euro
Digitalisierte Routineprozesse
dokumentierte Bearbeitungs- und Sachkosteneinsparung
4.800 Euro
Vermiedene Korrekturen
vorsichtig bewertete, nachweisbare Prozessfehler
3.000 Euro

Monetarisierter Gesamtnutzen Jahr 1: 35.310 Euro

Kosten für Jahr 1

Kostenblock Betrag
Lizenz und Hosting
14.000 Euro
Setup, Konfiguration und Einführung
8.000 Euro
Interner Projekt- und Rolloutaufwand
10.000 Euro
Redaktion, Administration und Erfolgsmessung
6.000 Euro
Gesamtkosten Jahr 1
38.000 Euro

ROI Jahr 1 = (35.310 – 38.000) ÷ 38.000 × 100 = –7,1 Prozent

Das negative Ergebnis im ersten Jahr ist nicht automatisch ein Misserfolg. Einmalige Setup- und Rolloutkosten treffen auf eine Nutzung, die sich erst aufbauen muss.

Für Jahr 2 nimmt das Unternehmen einen Nutzen von 40.000 Euro und laufende Kosten von 20.000 Euro an. Über beide Jahre ergibt sich:

  • kumulierter Nutzen: 75.310 Euro
  • kumulierte Kosten: 58.000 Euro
  • kumulierter Nettoertrag: 17.310 Euro
  • ROI über zwei Jahre: 29,8 Prozent
  • Nutzen-Kosten-Verhältnis: 1,30

Die Modellrechnung zeigt auch die korrekte Interpretation: Ein ROI von 29,8 Prozent bedeutet, dass nach Deckung der angesetzten Kosten ein Nettoertrag von rund 0,30 Euro je investiertem Euro verbleibt. Der gesamte monetarisierte Nutzen beträgt rund 1,30 Euro je investiertem Euro.

Welche Vorteile sollten getrennt vom ROI berichtet werden?

Nicht alle relevanten Effekte lassen sich seriös monetarisieren. Das macht sie nicht wertlos. Sie sollten nur nicht ohne belastbare Datengrundlage in die ROI-Formel aufgenommen werden.

Zu den qualitativen oder strategischen Nutzenkategorien gehören beispielsweise:

  • gleichberechtigter Informationszugang für Frontline Worker und Beschäftigte ohne festen PC-Arbeitsplatz,
  • wahrgenommene Transparenz und Orientierung,
  • Vertrauen in die interne Kommunikation,
  • Beteiligung und Feedbackmöglichkeiten,
  • Unterstützung von Unternehmenskultur und Zugehörigkeit,
  • schnellere Kommunikationsfähigkeit in besonderen Situationen,
  • ein konsistenter mobiler Zugang zu relevanten Services.

Berichten Sie diese Größen in einem separaten Value Scorecard-Teil. So bleibt der finanzielle ROI methodisch sauber, während strategische Effekte sichtbar bleiben.

Wie verbessert Polario die Voraussetzungen für messbaren Nutzen?

Polario kann als Mitarbeiter-App einen mobilen und webbasierten Zugang zu Informationen, Inhalten und Interaktionsmöglichkeiten bereitstellen. Welche wirtschaftlichen Effekte daraus entstehen, hängt vom konkreten Nutzungsszenario, der Ausgangslage, der Einführung und der tatsächlichen Nutzung ab.

Für einen Business Case sind insbesondere folgende Punkte relevant:

  • Inhalte und Strukturen lassen sich über ein No-Code-CMS pflegen.
  • Zielgruppen, Rollen und Zugänge können für die jeweilige Organisation konfiguriert werden.
  • Über Schnittstellen und Integrationen können bestehende Daten oder Dienste angebunden werden.
  • Die Plattform stellt Nutzungs- und Interaktionsdaten bereit, die in eine organisationsspezifische Erfolgsmessung einfließen können. Vor dem Projekt sollte verbindlich geklärt werden, welche Kennzahlen für den jeweiligen Funktionsumfang verfügbar sind.
  • Nach Angaben von Polario erfolgt das Hosting in Deutschland. Die für das konkrete Projekt geltenden Datenflüsse, Unterauftragnehmer, Nachweise und Vertragsunterlagen sollten im Rahmen der Compliance-Prüfung geprüft werden.

Polario garantiert keinen bestimmten ROI. Die Plattform schafft technische und organisatorische Voraussetzungen, um definierte Kommunikations- und Serviceszenarien umzusetzen. Ob daraus ein positiver Return on Investment entsteht, muss anhand der eigenen Kosten, Prozesse und Messdaten bewertet werden.

Wie lässt sich der ROI nach dem Launch verbessern?

Relevanz vor Funktionsumfang stellen

Eine lange Funktionsliste erzeugt noch keine Nutzung. Priorisieren Sie Anwendungsfälle, die ein häufiges Problem lösen oder einen bestehenden Prozess spürbar vereinfachen. Der Beitrag Anforderungen an eine Mitarbeiter-App hilft, Funktionen aus realen Nutzungsszenarien abzuleiten.

Zielgruppen differenziert erreichen

Standort, Rolle, Sprache und Arbeitskontext beeinflussen, welche Inhalte relevant sind. Zielgruppengenaue Kommunikation verringert Informationsüberlastung und erhöht die Chance, dass wichtige Inhalte tatsächlich ankommen.

Einführung als Veränderungsprojekt behandeln

Launch-Kommunikation allein reicht nicht aus. Verantwortlichkeiten, lokale Multiplikatoren, Schulung, Feedback und klare Nutzungsregeln gehören in den Rollout. Eine Schritt-für-Schritt-Struktur bietet der Ratgeber zur Einführung einer Mitarbeiter-App.

Wirkung regelmäßig überprüfen

Prüfen Sie monatlich oder quartalsweise, ob Nutzungssignale, Outcomes und Business-Kennzahlen in die gewünschte Richtung laufen. Maßnahmen sollten aus Daten und Feedback abgeleitet werden, nicht aus Aktivität um ihrer selbst willen.

Business Case mit Ist-Daten aktualisieren

Ersetzen Sie Planannahmen nach und nach durch gemessene Werte. Dokumentieren Sie Änderungen am Funktionsumfang, an der Nutzerzahl und an den Kosten. Dadurch wird aus der ursprünglichen Entscheidungsvorlage ein Steuerungsinstrument für den laufenden Betrieb.

Typische Fehler bei der ROI-Berechnung

  • 1. Nur Lizenzkosten berücksichtigen: Interne Einführung, Redaktion und Betrieb fehlen.
  • 2. Downloads mit Nutzen gleichsetzen: Registrierung und Aktivität belegen noch keine Geschäftswirkung.
  • 3. Zeitersparnis vollständig monetarisieren: Nicht jede freie Minute wird produktiv oder kostenwirksam genutzt.
  • 4. Korrelation als Ursache behandeln: Parallelprojekte, Saison und Führungsverhalten können Ergebnisse beeinflussen.
  • 5. Fluktuation vollständig der App zurechnen: Mitarbeiterbindung hat viele Einflussfaktoren.
  • 6. Planwerte als Ist-Ergebnis ausgeben: Modellrechnungen müssen als Annahmen gekennzeichnet werden.
  • 7. Nur das erste Jahr betrachten: Einmalige Kosten und aufbauende Nutzung können das Bild verzerren.
  • 8. Qualitativen Nutzen ignorieren: Strategische Effekte gehören in eine ergänzende Scorecard.

Fazit: Ein glaubwürdiger ROI beginnt vor der Einführung

Der ROI einer Mitarbeiter-App lässt sich nicht aus einer pauschalen Zeitersparnis oder einer hohen Aktivierungsquote ableiten. Ein belastbarer Business Case verbindet vollständige Kosten, klar definierte Nutzungsszenarien, eine dokumentierte Baseline und konservativ monetarisierte Effekte.

Die wirtschaftliche Bewertung sollte ROI, TCO, Amortisationszeit und qualitative Nutzenkategorien getrennt ausweisen. So wird sichtbar, ob die App ihre Kosten deckt, wann sich die Investition amortisiert und welchen zusätzlichen strategischen Wert sie für Kommunikation, HR und operative Bereiche schafft.

Quellen und redaktionelle Grundlage

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der monetarisierte Gesamtnutzen wird um die vollständigen Kosten reduziert. Der verbleibende Nettoertrag wird durch die Gesamtkosten geteilt und mit 100 multipliziert: ROI = (Nutzen – Kosten) ÷ Kosten × 100.

Einzubeziehen sind einmalige externe Kosten, laufende Lizenz- und Servicekosten, interne Projektaufwände sowie die laufenden Kosten für Redaktion, Administration, Support und Erfolgsmessung. Der Betrachtungszeitraum muss für Kosten und Nutzen identisch sein.

Geeignete KPIs hängen vom Ziel ab. Frühindikatoren sind Aktivierung, aktive Nutzung, Reichweite und Interaktion. Outcome-Kennzahlen messen beispielsweise Auffindbarkeit, Verständnis, Zufriedenheit oder weniger Rückfragen. Wirtschaftliche Kennzahlen erfassen Zeitgewinn, Prozesskosten oder vermiedene Fehler.

Der ROI ist positiv, sobald der monetarisierte, zurechenbare Nutzen über den vollständigen Kosten liegt. Das kann im ersten Jahr oder erst über einen längeren Zeitraum der Fall sein. Ein positiver Planwert ist noch kein nachgewiesener Ist-ROI.

Multiplizieren Sie die plausibel eingesparten Stunden mit einem nachvollziehbaren Vollkostensatz und einem konservativen produktiven Anteil. So wird vermieden, jede eingesparte Minute automatisch als realisierten finanziellen Nutzen anzusetzen.

Nur wenn ein finanzieller Zusammenhang mit belastbaren Daten und einem begründeten Zuordnungsanteil belegt werden kann. Andernfalls sollten Zufriedenheit, Vertrauen und Engagement als qualitative oder strategische Outcomes separat berichtet werden.

Die TCO bilden sämtliche Kosten über den Betrachtungszeitraum ab. Der ROI setzt den Nettoertrag ins Verhältnis zu diesen Kosten. Ohne vollständige TCO ist auch die ROI-Berechnung unvollständig.

Ja. Ein Pilot ermöglicht Baseline- und Nachher-Messungen in einer abgegrenzten Zielgruppe. Vergleichbare Standorte oder eine gestaffelte Einführung können außerdem helfen, den Einfluss anderer Veränderungen besser einzuordnen.

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