Interne Kommunikation wird in vielen Unternehmen intensiv betrieben, Inhalte werden erstellt, Kanäle bespielt und Tools eingeführt. Doch ohne eine belastbare Erfolgsmessung bleibt offen, ob diese Maßnahmen tatsächlich Wirkung entfalten oder lediglich Aufwand erzeugen. Genau an diesem Punkt setzt die Frage nach messbaren Kriterien an.
Der Beitrag „Interne Kommunikation: Definition, Ziele, Instrumente & Praxisbeispiele“ ordnet die zentralen Bausteine interner Kommunikation ein und zeigt, wie Ziele, Kanäle und Instrumente strategisch zusammenspielen. Was dort bewusst ausgeklammert wird, ist die Detailfrage nach der Bewertung dieser Maßnahmen im laufenden Betrieb.
Interne Kommunikation: Definition, Ziele, Instrumente & Praxisbeispiele
Interne Kommunikation verständlich erklärt. Mit Zielen, passenden Kanälen und Tools. Praxisnah mit KPIs, Checkliste und Kunden-Beispiel.
Im folgenden Beitrag stehen daher die KPIs der internen Kommunikation im Fokus. Er beleuchtet, mit welchen Kennzahlen Unternehmen nachvollziehen können, ob Informationen ankommen, genutzt werden und Reaktionen auslösen. Gleichzeitig wird deutlich, wie KPIs helfen, Prioritäten zu setzen, Ressourcen gezielter einzusetzen und interne Kommunikation datenbasiert weiterzuentwickeln.
Interne Kommunikation KPIs: Engagement, Reichweite, Relevanz
Erfolgreiche interne Kommunikation zeichnet sich nicht nur durch ansprechende Inhalte und moderne Kanäle aus, sondern auch dadurch, dass ihre Wirkung messbar ist. Ohne klare Kennzahlen bleibt unklar, ob Botschaften wirklich ankommen, verstanden werden und die gewünschte Wirkung entfalten. Diese KPIs der internen Kommunikation zeigen Wirkung statt Aufwand.
Wichtige KPIs für die interne Kommunikation
1. Mitarbeiterengagement
Zeigt, wie aktiv sich Mitarbeitende an der Kommunikation beteiligen, etwa durch Kommentare, Likes, Umfragen oder die Teilnahme an Diskussionen.
Warum relevant
Hohes Engagement deutet auf Relevanz und Akzeptanz der Inhalte hin.
Beispiel
Eine Mitarbeiter-App mit Umfragefunktion verzeichnet bei wichtigen Projektthemen 70 % Beteiligung. Ein klares Signal, dass das Thema Resonanz erzeugt.
2. Öffnungsraten und Klickraten
Insbesondere bei digitalen Kanälen wie E-Mails, Newslettern oder Push-Benachrichtigungen relevant. Die Öffnungsrate zeigt, wie viele Personen eine Nachricht wahrnehmen, die Klickrate, wie viele sich tiefergehend mit dem Inhalt beschäftigen.
Warum relevant
Misst die Attraktivität der Betreffzeilen und die Relevanz der Inhalte.
Beispiel
Ein Projekt-Update mit einer klaren, kurzen Überschrift erzielt doppelt so viele Klicks wie eine unpräzise formulierte Nachricht.
3. Mitarbeiterzufriedenheit
Erfasst über regelmäßige Stimmungsbarometer oder Pulsbefragungen, wie zufrieden die Mitarbeitenden mit der Kommunikation sind.
Warum relevant: Unzufriedenheit ist oft ein Frühwarnsignal für sinkendes Vertrauen oder ineffektive Informationsweitergabe.
Beispiel: Quartalsweise Umfragen zeigen, ob die Belegschaft das Gefühl hat, über Unternehmensziele ausreichend informiert zu sein.
4. Erreichung spezifischer Kommunikationsziele
Prüft, ob definierte Ziele tatsächlich erreicht wurden, z. B. „95 % aller Mitarbeitenden kennen die neue Sicherheitsrichtlinie“.
Warum relevant: Macht den Erfolg einzelner Kampagnen oder Informationsinitiativen sichtbar.
Beispiel: Eine Schulungseinladung wird gezielt an 500 Personen verschickt; die Teilnahmequote liegt bei 92 %. Ziel fast erreicht.
5. Nutzungsraten von Kommunikationstools
Zeigt, wie oft und intensiv Plattformen wie Intranet, Mitarbeiter-Apps oder Chat-Tools genutzt werden.
Warum relevant: Geringe Nutzungsraten können auf mangelnde Relevanz, schlechte Usability oder unzureichende Bekanntheit hindeuten.
Beispiel: Nach Einführung einer App steigen die täglichen Logins um 35 %, weil Informationen zentral und mobil verfügbar sind.
6. Teilnahmequote an Meetings & Events
Gibt Auskunft darüber, wie gut interne Veranstaltungen (z. B. Townhalls, Workshops) angenommen werden.
Warum relevant: Hohe Teilnahmequoten zeigen Interesse, niedrige können auf Terminprobleme oder geringe Relevanz hinweisen.
Methoden zur Messung der KPIs
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Mitarbeiterumfragen & Pulse-Checks
Regelmäßige Kurzbefragungen liefern schnelles Feedback zur Qualität und Verständlichkeit der Kommunikation.
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Analytics & Tracking
Öffnungsraten, Klickzahlen, Verweildauer und Logins liefern objektive Daten zur Nutzung von Kanälen.
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Sentiment-Analysen
Auswertung von Kommentaren und Feedbacks (z. B. durch Textanalyse), um Stimmungen und Trends zu erkennen.
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Qualitative Interviews & Fokusgruppen
Tiefergehende Gespräche mit ausgewählten Mitarbeitenden helfen, Hintergründe und Verbesserungspotenziale zu verstehen.
Beispiele für kontinuierliche Optimierung
1. Betreffzeilen-Tests (A/B-Testing)
Statt alle internen E-Mails oder App-Benachrichtigungen mit der gleichen Betreffzeile zu versenden, werden zwei Varianten erstellt: eine eher informativ („Neue Sicherheitsrichtlinie 2025“) und eine aufmerksamkeitsstärker („Wichtige Änderungen für alle Standorte. Jetzt lesen!“).
Ergebnis: Die Auswertung zeigt, welche Variante die höhere Öffnungsrate erzielt. Künftig können Betreffzeilen auf Basis dieser Daten optimiert werden.
Vorteil: Schon kleine Anpassungen können die Reichweite und Lesebereitschaft erheblich steigern.
2. Content-Formate anpassen
Wenn Analysen zeigen, dass lange Textbeiträge im Intranet nur kurz aufgerufen werden, kann derselbe Inhalt in ein kürzeres Video oder eine Infografik umgewandelt werden.
Beispiel: Ein 2-seitiges PDF mit Sicherheitshinweisen wird in ein einminütiges Erklärvideo umgewandelt und per Push in der Mitarbeiter-App verteilt.
Vorteil: Visuelle und audiovisuelle Formate steigern die Verständlichkeit und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte vollständig konsumiert werden.
3. Kanäle umstrukturieren
Wird ein Kanal (z. B. ein internes Forum) kaum genutzt, während ein anderer (z. B. Chat-Tool) sehr aktiv ist, können die Inhalte aus dem wenig genutzten Kanal in den bevorzugten integriert werden.
Beispiel: Projekt-Updates, die bisher im Intranet vergraben waren, werden künftig direkt im Newsfeed der Mitarbeiter-App ausgespielt.
Vorteil: Mitarbeitende müssen weniger Plattformen parallel checken. Informationen sind dort, wo sie sowieso aktiv sind.
4. Zielgruppen-Segmentierung verfeinern
Anstatt alle Mitarbeitenden mit denselben Informationen zu versorgen, werden Inhalte spezifisch für Standorte, Abteilungen oder Rollen aufbereitet.
Beispiel: Die Schichtplanung wird nur an den Fahrdienst gesendet, Marketing erhält nur relevante Kampagnen-Updates, und die IT nur technische Wartungsinfos.
Vorteil: Relevantere Inhalte führen zu höheren Öffnungs- und Interaktionsraten und vermeiden Informationsüberflutung.
5. Regelmäßige KPI-Reviews durchführen
Quartalsweise oder monatlich werden Reichweiten, Öffnungsraten, Klickzahlen und Feedbackauswertungen gemeinsam im Redaktionsteam besprochen.
Beispiel: Die Auswertung zeigt, dass Umfragen am Montagmorgen weniger Antworten bringen als am Mittwochnachmittag. Daraufhin werden Veröffentlichungszeitpunkte angepasst.
Vorteil: Entscheidungen basieren auf Daten, nicht auf Bauchgefühl, und die Kommunikation wird stetig präziser.
💡 Best Practice: Unternehmen, die diese Optimierungsschleifen konsequent nutzen, sehen oft schon nach 3–6 Monaten deutliche Verbesserungen bei Reichweite, Engagement und Mitarbeiterzufriedenheit.
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